Familienleben
Artikel vom 18.06.2015

Neue Bestattungsarten: Kremationsasche wird im Wald verstreut

Die Bestattungskultur befindet sich in Deutschland in einem tiefgreifenden Wandel. In den kommenden Jahren und Jahrzehnten wird dies besonders spürbar werden. Nämlich dann, wenn sich der Lebenszyklus der Babyboomer dem Ende zuneigen wird. Hier erfahren Sie, in welche Richtung sich die Bestattungsarten in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vermutlich entwickeln werden.

Pur zur Natur - die Kremationsasche des Verstorbenen wird ohne einengende Urne in einem Waldstück in der Nähe von Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden verstreut. Foto: djd/Valposchiavo Tourismus/Foto: Roberto Moiola/www.valposchiavo.ch
Pur zur Natur - die Kremationsasche des Verstorbenen wird ohne einengende Urne in einem Waldstück in der Nähe von Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden verstreut. Foto: djd/Valposchiavo Tourismus/Foto: Roberto Moiola/www.valposchiavo.ch
Der Trend dürfte weg von der traditionellen Sargbestattung und hin zu naturnahen Bestattungsformen gehen. Foto: djd/Algordanza/thx
Der Trend dürfte weg von der traditionellen Sargbestattung und hin zu naturnahen Bestattungsformen gehen. Foto: djd/Algordanza/thx

Weg von der herkömmlichen Sargbestattung - und hin zur Natur

In keinem Jahr nach dem 2. Weltkrieg wurden mehr Kinder geboren als 1964: Das Statistische Bundesamt verzeichnete fast 1,4 Millionen Geburten in der damaligen Bundesrepublik und der DDR. Zum Vergleich: Im Jahr 2013 wurden bundesweit gerade einmal 682.000 Geburten registriert. Insgesamt werden in Deutschland etwa zehn Millionen Menschen zu den Babyboomern gezählt - sie wurden zwischen 1957 und 1965 geboren. Diese inzwischen über 50-Jährigen dürften auch die Bestattungskultur entscheidend verändern. Sie haben ganz andere Erwartungen und Vorstellungen als noch die vorherige Generation - vor allem aber haben sie auch das Selbstbewusstsein, diese Vorstellungen in die Praxis umzusetzen.

Trend zu naturnahen Bestattungsarten

Lieblos gestaltete Friedhöfe, festgefahrene Rituale oder einfach nur finanzielle Aspekte: Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum sich Menschen heute immer öfter für alternative Bestattungsformen entscheiden. So ist beispielsweise der Anteil der Feuerbestattungen in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen und macht in Großstädten oftmals schon 50 Prozent aus. Bekannt sind daneben vor allem Seebestattungen oder die letzte Ruhe in einem Friedwald. Der maßgebliche Trend dürfte weg von der herkömmlichen Sargbestattung und hin zu sogenannten naturnahen Bestattungsformen gehen.

Ohne Urne pur zur Natur

"Pur zur Natur" - dieses Konzept der Immer & Ewig AG etwa steht für die einfachste und gleichzeitig natürlichste Art der Bestattung. Die Kremationsasche des oder der Verstorbenen wird - ohne dass eine Urne sie einengt - in einem entlegenen Waldgebiet im Schweizerischen Kanton Graubünden verstreut. Ein Zertifikat dient als Bestätigung der Ausstreuung und zeigt den Ort der Übergabe der Asche an die Natur an. Optional können die Angehörigen die Urne für einen frei wählbaren Zeitraum vorher mit nach Hause nehmen und auf diese Weise auch noch einmal in einem ganz persönlichen Rahmen vom Verstorbenen Abschied nehmen. Viele weitere Informationen zu dieser zeitgemäßen Bestattungsform finden Sie unter www.immerundewig.com.

Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden ist nicht nur eine beliebte Ferienregion - in einem abgelegenen Teil des Tals kann nun auch die Asche von Verstorbenen verstreut werden. Foto: djd/Valposchiavo Tourismus/Foto: Roberto Moiola/www.valposchiavo.ch
Valposchiavo im Schweizer Kanton Graubünden ist nicht nur eine beliebte Ferienregion - in einem abgelegenen Teil des Tals kann nun auch die Asche von Verstorbenen verstreut werden. Foto: djd/Valposchiavo Tourismus/Foto: Roberto Moiola/www.valposchiavo.ch

Das Konzept "Pur zur Natur": die Fakten

  • Der Anbieter fordert die Kremationsasche bei der zuständigen Behörde oder dem Bestattungsunternehmen an, empfängt die Urne und kontrolliert dabei alle Identitätsdaten.
  • Die Asche des Verstorbenen wird in einem Waldbereich im Schweizerischen Kanton Graubünden ausgestreut.
  • Diese private Begräbnisstätte ist behördlich als Bestattungsfläche und zum Ausstreuen von Kremationsasche gedacht und genehmigt.
  • Bestätigung an die übersendende Behörde oder das Bestattungsunternehmen über die ordnungsgemäße Bestattung gemäß der schweizerischen Gesetzgebung.
  • Die Angehörigen bekommen ein Zertifikat über die Ausstreuung mit den zugehörigen GPS-Daten.
  • Optional kann die Urne für einen frei wählbaren Zeitabschnitt bei den Angehörigen zur persönlichen Verabschiedung verbleiben.
  • Die Kosten für diese Bestattungsform liegen bei 349 Euro.

Erinnerungskristalle und Gedenkskulpturen - Alternativen zur Verstreuung der Asche

Neu und alternativ zur Verstreuung der Kremationsasche gibt es nun auch das Angebot, die Asche des Verstorbenen in eine Gedenkskulptur oder ein Erinnerungskristall einschmelzen zu lassen. Die Kunstwerke werden in der Schweiz in Zusammenarbeit mit den renommierten Glaskünstlern René Burri und Thomas Blank gefertigt. Das Angebot an Glasskulpturen wird ständig ergänzt. Jedes Unikat wird vom Glaskünstler persönlich produziert. Mehr Informationen zu den entsprechenden Kunstwerken gibt es unter www.immerundewig.com/zu-hause/.

"Der Ursprung" - die Erinnerungskristalle werden von renommierten Schweizer Glaskünstlern entworfen. Foto: djd/immerundewig
"Der Ursprung" - die Erinnerungskristalle werden von renommierten Schweizer Glaskünstlern entworfen. Foto: djd/immerundewig
Die Asche des Verstorbenen kann man nun in einem Erinnerungskristall oder einer Gedenkskulptur einschmelzen lassen. Foto: djd/immerundewig
Die Asche des Verstorbenen kann man nun in einem Erinnerungskristall oder einer Gedenkskulptur einschmelzen lassen. Foto: djd/immerundewig
"Der Tropfen" - so ist der Titel dieses ansprechenden Erinnerungskristalls. Die Asche erzeugt farbige Glasringe analog eines Tropfens auf einer Wasserfläche. Foto: djd/immerundewig
"Der Tropfen" - so ist der Titel dieses ansprechenden Erinnerungskristalls. Die Asche erzeugt farbige Glasringe analog eines Tropfens auf einer Wasserfläche. Foto: djd/immerundewig
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