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Lebendiges Museum Online: Geschichte im Internet

Geschichte kann man nicht nur im Internet erleben. djd/Wilhelmshaven Touristik und Freizeit
Geschichte kann man nicht nur im Internet erleben. djd/Wilhelmshaven Touristik und Freizeit

Das Lebendiges Museum Online ist ein Gang durch die deutsche Geschichte von 1871 bis in die Gegenwart. Im Internet findet der Besucher 1.274 bebilderte Texte, über 4.000 digitalisierte Exponate, 850 Biographien zeitgenössischer Persönlichkeiten, 245 Audio- und 200 Videodokumente, 134 Chroniken sowie 120 Statistiken und Karten. Lebendig wird das Museum Online durch zahlreiche Ton- und Text- und Bilddokumente, wie die Balkonrede Wilhelms II zu Beginn des ersten Weltkrieges, eine Radiosendung des deutschen Dienstes der BBC über die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen oder die Wochenschau vom 17. Juni 1953 über den Aufstand in der DDR.

20.000 Quadratmeter Geschichte im Internet

Die digitalen Daten ergeben zusammen circa drei Gigabyte. Als Ausstellungsfläche würde dies 20.000 Quadratmeter entsprechen. Zum Vergleich, das Haus der Geschichte (HdG) in Bonn, das zusammen mit dem Deutschen Historischen Museum (DHM) in Berlin, Träger des Projektes ist, verfügt über 4.500 Quadratmeter Ausstellungsfläche, würde also mehr als fünf mal in LeMO hineinpassen.


1995 an Netz gegangen gehörte das damals vom Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik (Fraunhofer ISST), Berlin, entwickelte Informationssystem zu den am fortschrittlichsten entwickelten Datenbanken im damals noch wenig verbreiteten Internet. Grundidee war, virtuell durch ein historisches Museum zu gehen, sich Exponate anzuschauen, sich frei zu bewegen und Blickwinkel zu ändern. Diese 3-D-Welten sind noch in den „Guided Tours“ zu sehen.

Schüler und Senioren häufigste Nutzer

So ist denn auch das LeMO eher Recherche- als Erlebniswelt. Als eben solche wird sie dafür rege genutzt. Monatlich greifen etwa 700.000 Besucher auf LeMO zu. Diese rufen rund drei Millionen Seiten ab. Besonders gefragt sind dabei Biographien. Alleine die Biographie über Adolf Hilter wird monatlich rund 50.000 mal abgerufen. Häufig sind dies Schüler und Studenten. So wurde einige Tage vor dem nordrhein-westfälischen Zentralabitur besonders häufig das LeMO besucht. Doch auch ältere Besucher, die sich für die eigene Vergangenheit interessieren, sind im virtuellen Museum anzutreffen. Diese steuern auch manchmal eigene Materialien bei.

Eintrag ins „Kollektive Gedächtnis“

Das können sie über das so genannte „Kollektive Gedächtnis“. Durch die wechselseitige Verknüpfung von privaten Erlebnissen und subjektiven Eindrücken mit Informationstexten entstehen verschiedene Perspektiven. Die für das kollektive Gedächtnis eingereichten Beiträge, bereits vorhanden sind 421 Stück, werden einzeln geprüft und, falls keine rechtlichen Bedenken vorliegen, veröffentlicht.

Weiterführende Informationen

Das Goethe-Institut berichtet regelmäßig über Geschichte und Zeitgeschichte.

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Stichworte zu diesem Beitrag:

  • Geschichte
  • Internet
  • Lebendiges Museum Online
  • Familienstammbaum
  • Ahnenforschung
  • Recherche

verfasst am 06.07.2010