Expertenchat: Pflegen – nein danke!
Ein Pflegefall kann für jede Familie zur Zerreißprobe werden
Im Expertenchat finden Sie alle Fragen und Antworten der user.
Wenn es um die Pflege von Angehörigen geht, spielt neben der persönlichen Belastung auch der finanzielle Aspekt eine wesentliche Rolle. Nicht jeder kann zum Beispiel seinen Job aufgeben, damit er seine Eltern zuhause pflegen kann. Manchmal ist die Entfernung zwischen Eltern und Kindern auch zu groß, um die Eltern vor Ort pflegen zu können. Außerdem bedeutet die tatkräftige Fürsorge häufig eine Doppelbelastung für die Pflegenden. Von dieser sind besonders Frauen betroffen. Es ist deshalb ratsam, sich rechtzeitig über mögliche Hilfen zu informieren, die Betroffene und die Pflegenden entlasten: Wer hat beispielsweise Anspruch auf Pflegeurlaub oder die Möglichkeit einer bezahlten Pflegefreistellung?
Bitte nicht ins Pflegeheim
Die meisten Betroffenen wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden wohnen und durch ihre Familienmitglieder betreut werden. Eine gute Alternative zur Pflege durch die eigenen Kinder sind professionelle Pflegedienste oder eine privat organisierte Pflegekraft – beispielsweise aus Osteuropa. Bei der Wahl des richtigen ambulanten Pflegedienstes gibt es allerdings einiges zu beachten. In beiden Fällen sollte die eigene Wohnung barrierefrei gestaltet werden. Viele tagtägliche Dinge sind zu beachten, will man möglichst lange zu Hause in seinem vertrauten Umfeld leben. Doch auch wenn die Pflege in dieser Form nicht zu verwirklichen ist, möchten viele ältere Menschen noch lange nicht in ein Pflegeheim. Alternative Wohnformen werden daher immer beliebter. Besonders dann, wenn sie es den Pflegebedürftigen ermöglichen, weiterhin weitestgehend selbstbestimmt zu leben.
Alternative Wohnformen für Senioren
Manche Pflegebedürftige möchten nicht von ihren Kindern betreut werden, können oder wollen aber auch nicht allein wohnen. Welche alternativen Wohnformen gibt es für diese Senioren? Betreutes Wohnen für ältere Menschen, Senioren-Wohngemeinschaften und das Zusammenleben von Senioren und Studenten in Universitätsstädten sind solche Möglichkeiten. Doch im Einzelfall stellt sich auch hier die Frage: Ist eine solche Wohnform für mich überhaupt passend? Und kann ich mir diese Art zu leben überhaupt leisten?
Pflege muss finanzierbar sein
Ob der Sohn seinen Job zeitweise aufgibt, um ein Elternteil zu pflegen, ob die Sozialstation eine Pflegerin schickt, um die Familie zu entlasten, oder ob doch das Pflegeheim die richtige Wahl ist: Jede Lösung kostet Geld. Und das ist häufig weit mehr, als mit einer durchschnittlichen Rente zu finanzieren wäre. Von den Deutschen sind viele übrigens überzeugt, dass sie sich an den Pflegekosten der Eltern dennoch nicht beteiligen müssen. Das ergab eine Umfrage, die im Auftrag der Münchener Verein Versicherungsgruppe von TNS Emnid durchgeführt wurde. 504 Personen ab 14 Jahren wurden gefragt: "Glauben Sie, dass sich Kinder an den Kosten beteiligen müssen, wenn deren Eltern pflegebedürftig werden und die Pflege nicht allein finanzieren können?" antworteten 21 Prozent: „Nein, gar nicht.“ Dabei stehen Senioren und ihre Angehörigen fast immer vor diesenfinanziell bedeutsamen Fragen: Welchen Anteil der Kosten übernimmt die gesetzliche Pflegeversicherung? Was bedeuten die einzelnen Pflegestufen? In welchen Fällen und in welcher Höhe zahlt eine private Pflegeversicherung? Welche Möglichkeiten gibt es durch die staatliche Förderung per Pflege-Riester?
Vorsorge ist für jeden wichtig
Oft weckt eine schwierige Pflegesituation der Eltern bei den pflegenden Kindern den Wunsch nach einer Absicherung der eigenen Pflegebedürftigkeit. Aber kann sich wirklich jeder absichern und seine Unabhängigkeit auch im Pflegefall erhalten? Wie kann man für den Pflegefall vorsorgen? Was sind die besten Kombinationen bei einer privaten Vorsorge? Und wie können sich die Kinder mit Hilfe einer Pflegeversicherung für ihre Eltern davor schützen wollen, dass sie zum Unterhalt herangezogen werden?
Den Alltag meistern
Die Pflegesituation ist für alle Beteiligten nicht einfach. Viele Familienangehörige bekommen ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich gegen die Pflege der Eltern entscheiden. Andere kümmern sich um ihre Eltern und leiden unter der ständigen Überforderung, dem Schlafmangel, der sozialen Isoliertheit oder unter körperlichen Belastungen, die mit der Pflege oft einhergehen. So ist gerade der Umgang mit Demenzkranken nicht leicht. Daher stellen sich zum Beispiel diese Fragen: Wo erhalte ich Hilfe? Wie soll ich mit dementen Eltern umgehen? Auf welche Weise sorgt man dafür, sich angesichts der schweren Aufgabe nicht selbst aufzugeben? Je genauer man sich und seinen pflegebedürftigen Angehörigen diese und andere Fragen beantwortet, desto besser stehen die Chancen, dass die Eltern oder Schwiegereltern schließlich doch so lange wie möglich daheim gepflegt werden können. Die Antworten unserer Experten werden Sie auf jeden Fall schlauer machen.
Am Telefon und im Chat sitzen für Sie:•
- Ina Warnke, Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München•
- Peter Straßer, Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe•
- Dr. phil. Britta Wiegele, Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Memory Klinik Neuperlach und Hippocampus Gerontologische Praxis München. Schwerpunkte: Diagnostik und Therapie von Gedächtnisbeeinträchtigungen und Demenzerkrankungen, Beratung pflegender Angehöriger und Fortbildungsangebote für den Umgang mit Menschen mit Demenzerkrankungen•
- Petra Günthner, Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München
Diese Experten beantworteten Ihre Fragen

- Dr. phil. Britta Wiegele, Psychotherapeutin, Dipl. Psychogerontologin, Memory Klinik Neuperlach und Hippocampus Gerontologische Praxis München.

- Petra Günthner, Inhaberin des ambulanten Pflegedienst „Pflege Aktiv“ aus München.

- Peter Straßer, Experte für Leistungen der privaten Pflegeversicherung bei der Münchener Verein Versicherungsgruppe.

- Ina Warnke, Pflegeberaterin bei der COMPASS Pflegeberatung in München.
Weitere von der Redaktion empfohlene Expertenthemen:
Weitere Themen im Expertenforum:
- Mehr zu Online Sicherheit.
- Trend zum Teilen (Sharing)
- Burn Out.
- Abnehmen mit Diäten
- Chat zum Mietrecht.
- Fit in den Sommer
- Rund um Zähne.
- Pflegen - nein danke!
- Schwieriges Thema: Tod und Sterben.
- Noch nicht das Richtige gefunden? Verwenden Sie unsere Suchfunktion!
Stichworte zu diesem Beitrag:
- Ratgeber
- Expertenchat
- Pflegeheim
- Senioren
- Pflegedienst
- Pflegestufen
- Eigenleistungen
- Alternative Wohnformen
- Wohngemeinschaften
verfasst am 15.08.2012

































