Experten-Aktion
Artikel vom 01.09.2016

Experten-Aktion zum Thema Diabetes – gefährliche Folgen verhindern

Ältere Frau misst ihren Zucker mithilfe eines Blutzuckermessgeräts.
Mit einer möglichst guten Einstellung des Blutzuckers, der regelmäßig gemessen wird, können Diabetes-Folgeerkrankungen eingedämmt werden. Foto: djd/Wörwag Pharma/[londoneye] - iStock

Woran lassen sich die Folgeerkrankungen des Diabetes frühzeitig erkennen? Kann man vorbeugen? Welche Möglichkeiten der Therapie gibt es? Welche Warnsignale der Füße sollte man ernst nehmen? Unsere Experten gaben hilfreichen Rat.

Experten-Aktion vom 13. Oktober

Hier können Sie die Antworten zu den meist gestellten Leserfragen zum Thema Diabetes nachlesen.

Im Chat saßen für Sie:

  • Privatdozent Dr. Alin Stirban, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie, Leitender Arzt Diabetologie und Endokrinologie, Sana Klinikum und MVZ Sana Arztpraxen Remscheid
  • Prof. Dr. Hilmar Stracke, Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie, Diabetologie und Stoffwechselerkrankungen, Oberarzt an der Medizinischen Klinik und Poliklinik III am Universitätsklinikum Gießen und Marburg
  • Dr. Helga Zeller-Stefan, Fachärztin für Innere Medizin, Ernährungsmedizin und Diabetologin mit Diabetes-Praxis in Essen

Die meist gestellten Leserfragen der Experten-Aktion

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan: Es ist eine Folgeerkrankung des Diabetes, als Folge einer Nervenschädigung oder/und Durchblutungsstörung. Dabei wird die Haut trocken und rissig, mit ausgeprägten Schwielen und Zehenverformungen. Es können Wunden entstehen, die oft schmerzlos sind, sodass sie spät wahrgenommen werden. Häufig heilen diese Wunden schlecht. Die Therapie erfordert meist die Einbeziehung einer diabetologischen Fußambulanz, auch Gefäßspezialisten (Angiologen), Orthopädie- Schuhmachermeister und weitere Spezialisten sollten einbezogen werden. Betroffene werden darin geschult, die Füße täglich zu inspizieren, die Fußnägel adäquat zu pflegen und auf sachgemäße Schuh- sowie Einlagenversorgung zu achten.

Antwort von Prof. Dr. Hilmar Stracke: Wenn die Schilddrüsenunterfunktion gut eingestellt ist, ist die Gefahr gering, einen Diabetes zu bekommen. Gegebenenfalls sollten Sie einen Endokrinologen aufsuchen.

Antwort von Privatdozent Dr. Alin Stirban: Natürlich darf er Sport machen, man muss dann nur die Insulindosis anpassen oder "Zusatz-BEs" (Broteinheiten, Messwert für den Gehalt von bestimmten Kohlehydraten, der Moderator) verabreichen. Im Prinzip darf er in der Pause ganz normal essen, es muss dann aber gespritzt werden. Hat er eine Insulinpumpe oder spritzt er? Sehr wichtig wäre, dass Sie eine umfangreiche Schulung machen. In diesem Rahmen können die fraglichen Aspekte geklärt werden. Auch sollte die Betreuung unbedingt in einem Zentrum stattfinden, das auf Kinderdiabetologie spezialisiert ist.

Antwort von Prof. Dr. Hilmar Stracke: Es könnte ein beginnender Diabetes vorliegen, welcher bei weiterem starken Trinken zu einem manifesten Diabetes werden kann. Nüchternblutzucker ist ein indirekter Hinweis. Ich empfehle Ihnen, das Trinken deutlich zu reduzieren.

 

 

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan: Wenn Sie wissen möchten, ob bei Ihnen ein Diabetes vorliegt, sollten Sie sich bei Ihrem Hausarzt vorstellen. Er wird den Blutzucker messen und den HbA1c Wert (daran lässt sich ein guter Mittelwert des Blutzuckers ermitteln, der Moderator).

 

 

 

 

Antwort von Dr. Helga Zeller-Stefan: Nein, eigentlich nicht. Es hängt allerdings davon ab, welche Tablette Sie einnehmen. Manche Tabletten sind nur dafür geeignet, dass man sie einmal am Tag einnimmt. Daher müssten Sie das genau mit Ihrem betreuenden Hausarzt besprechen.

 

 

 

 

Antwort von Privatdozent Dr. Alin Stirban: Die Hautpflege ist sehr wichtig, insbesondere wenn Sie eine trockene Haut und/oder eine Nervenschädigung durch den Diabetes haben. Bitte inspizieren Sie Ihre Füße täglich und bei trockener Haut sollten Sie eine Creme mit Harnstoff benutzen. Eine auf Personen mit Diabetes spezialisierte Fußpflege sollte ca. einmal monatlich in Anspruch genommen werden.

 

 

 

 

Antwort von Prof. Dr. Hilmar Stracke: Sie sollten eine halbe Stunde am Tag Sport treiben - empfehlenswerte Sportarten sind Joggen, Walken oder Schwimmen.

 

 

Antwort von Prof. Dr. Hilmar Stracke: Auf jeden Fall sind Krankengymnastik und Bewegung sinnvoll. Dies gilt allerdings bei guter Einstellung des Diabetes.

 

 

Antwort von Prof. Dr. Hilmar Stracke: Der Typ-I Diabetes kommt bei Menschen in den jüngeren Jahren und der Typ-II Diabetes meist bei Älteren vor. Beide sind gut zu behandeln - beim Typ-I geschieht dies mit Insulin, beim Typ-II mit Tabletten oder Insulin.

 

 

Antwort von Privatdozent Dr. Alin Stirban: Falls Sie noch keine Diabetesschulung hatten, sollten Sie unbedingt eine besuchen. Dort werden die komplexen Verhaltensregeln erläutert. Bitte fragen Sie Ihren Arzt, wo eine solche Schulung angeboten wird.

 

 

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