Wurstspezialitäten aus Bayern

- Weit über die Grenzen Bayerns hinaus beliebt sind Nürnberger Rostbratwürste. Nur wenn sie nach strengen Regeln in Nürnberg hergestellt werden, dürfen sie mit der blau-gelben "Sonne" als "geschützte geographische Angabe" in den Handel gebracht werden. Weitere Informationen gibt es unter www.weltgenusserbe.de im Internet. Foto: djd/www.weltgenusserbe.de
In diesem Artikel erfahren Sie:
- Welche Geschichte hinter einer der bekanntesten bayerischen Wurstspezialitäten steckt.
- Warum sich die Nürnberger Rostbratwürste für den EU-Herkunftsschutz qualifizierten.
- Wie Sie die Wurstspezialität traditionsgerecht genießen.
Bayern übt einen besonderen Reiz auf seine Gäste und Bewohner aus. Im Fokus dieser Anziehungskraft steht nicht zuletzt die bayerische Küche mit ihren Wurstspezialitäten. Besonders beliebt, und das weit über die Grenzen Bayerns, sind Nürnberger Rostbratwürste. Wer in die "Mystik" des Genießens eingeführt ist, weiß: Traditionell verspeist man die kleinen "Wöschdla" mit echtem bayerischen Meerrettich.
Wurstspezialität: Kleine Wöschdla, große Geschichte
Mitte des vergangenen Jahrtausends war Nürnberg das fränkische Zentrum des Fernhandels. Aromatische Kräuter und exotische Gewürze aus Übersee inspirierten die Metzger. 1462 schufen sie das Rezept für eine Wurstspezialität: Die Nürnberger Rostbratwurst. Sieben bis neun Zentimeter ist das "Wöschdla" heute lang und 25 Gramm leicht. Dank hoher Qualität und der langen, untrennbar mit ihrer Heimatstadt verbundenen Genusstradition qualifizierte sich diese Wurstspezialität sogar für den EU-Herkunftsschutz. Nur Produkte, die nach strengen Regeln in Nürnberg hergestellt werden, dürfen als "Nürnberger Rostbratwürste" und mit der blau-gelben "Sonne" als geschützte geographische Angabe (g.g.A.) in den Handel gebracht werden.
Wie man die Wurstspezialität ver(z)ehrt
In den Wirtshäusern serviert man die Rostbratwürste bis heute stilecht auf einem Zinnteller. Bestellt werden pro Person sechs, acht, zehn oder zwölf Würste. Nürnberger Rostbratwürste vom Grill schmecken klassisch mit Sauerkraut und Brot oder Kartoffelsalat, dazu passt traditionell bayerischer Meerrettich.
Seit Jahrhunderten krönt Meerrettich als magische Wurzel Tellerfleisch, Tafelspitz und Nürnberger Rostbratwürste. Herrlich scharf und vitaminreich hat sich bayerischer "Kren" fest auf unseren Speisekarten etabliert. Der Markgraf Johann zu Scharfeneck soll ihn im 15. Jahrhundert "aus einem fernen Land" in Franken eingeführt haben. Seither wird die Wurzel vor allem dort kultiviert.
Die Region prägt entscheidend den Charakter: Bayerischer Kren hat einen besonders hohen Anteil an ätherischen Ölen. Und er ist extra reich an Vitamin C. Die EU würdigt diese spezielle Herkunft mit der geschützten geographischen Angabe (g.g.A.). Das bedeutet: Nur wenn die Wurzel aus der bayerischen Anbauregion stammt, darf sie auch als "Bayerischer Meerrettich" angeboten werden.
Außerhalb Bayerns echt bayerisch genießen
Echte Nürnberger Rostbratwürste und Bayerischen Meerrettich findet man bundesweit im Handel. Man erkennt diese Produkte, aber auch bayerisches Bier bundesweit an der blau-gelben "Sonne", dem Siegel für die geschützte geographische Angabe. Allgäuer Bergkäse und Allgäuer Emmentaler sind dagegen an der rot-gelben "Sonne" zu erkennen. Sie steht für die geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.). Hier müssen die Lebensmittel in der Region erzeugt, hergestellt und auch verarbeitet werden.
Über den von der EU geförderten Herkunftsschutz bayerischer Spezialitäten informiert die Initiative "WeltGenussErbe Bayern" ausführlich auf ihrer Webseite. Hier werden die typischen bayerischen Köstlichkeiten auch ausführlich vorgestellt. Zahlreiche Rezepte und Tipps machen Lust auf original bayerischen Genuss.
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verfasst am 15.08.2012
































