Mittwoch, 26.09.2012
09:50 Uhr

Facebooks Berg- und Talfahrt

Zuckerberg erklärt die Zukunft von Facebook

Zuckerberg erklärt die Zukunft von Facebook.
Zuckerberg erklärt die Zukunft von Facebook.

Die Facebook-Aktie stürzt nach einem kritischen Artikel des Wirtschaftsmagazins Barron's ab, mehr als neun Prozent verlor das Papier über Nacht an Wert. Grund sind Zweifel, dass Facebook seine Werbeeinnahmen deutlich steigern kann. Immer mehr Menschen sind mit ihrem Smartphone unterwegs, und auf den kleinen Bildschirmen lasse sich kaum Werbung unterbringen, so das Magazin. Dabei hatte der Facebook-Gründer Mark Zuckerberg in seinem ersten Interview nach dem Börsengang erhebliche Verbesserungen versprochen.

Eine halbe Stunde dauerte das Gespräch mit dem Technik-Blog Techcrunch, in dem Mark Zuckerberg über die Zukunft des größten Social-Media-Portals spricht. Das letzte halbe Jahr habe sich nicht so viel getan, für die nächsten sechs Monate verspricht der CEO aber eine Menge cooler Neuerungen. Man habe im mobilen Bereich zu sehr auf HTML5 vertraut, anstatt auf native Apps zu setzen. Denn auch der Facebook-Chef sieht die Zukunft inzwischen im mobilen Bereich, die Werbeeinnahmen werden in Zukunft sogar jene aus dem Computergeschäft übertreffen.

Einem eigenen Facebook-Telefon erteilte er allerdings eine Absage, man konzentriere sich auf Webbrowser, Android und Apples iOS. Er selbst sei ein großer Smartphone-Fan. Wichtig sei vor allem die Integration in Betriebssysteme wie in iOS. Android biete wegen der offeneren Plattform noch viele weitere Möglichkeiten. Man könne direkt ins Betriebssystem eingreifen.

Zum Wertverlust der Aktie äußerte sich Zuckerberg, dass viele Leute das Portal unterschätzten - was ihm auch lieber sei. Er gehöre dem Lager der Pessimisten an und fühle sich in der Rolle des "Underdogs" wohl.

Wenigstens zu einer konkreteren Ankündigung ließ er sich hinreißen: Man arbeite an einer eigenen Suchmaschine. "Facebook ist in der ziemlich einzigartigen Situation, die Fragen zu beantworten, die Menschen so haben. Das werden wir an einem bestimmten Punkt tun. Ein Team arbeitet daran." Als Beispiel nennt er die Suche nach einem Sushi-Restaurant in der Nähe. Die Leute wollten keine Suchergebnisse, sondern Antworten. Wie die Suchmaschine genau aussehen wird, verriet der CEO allerdings nicht.

Am Ende des Gesprächs zieht Techcrunch ein positives Fazit: Der Facebook-Chef habe Fehler eingestanden, aber auch eine Vorstellung davon, wie die Zukunft im mobilen Bereich aussieht. Die Börse reagierte ebenfalls positiv, die Aktie legte um 3,3 Prozent zu. Bis zwei Wochen später der Artikel im Barron's erschien. Nun muss Facebook wohl den feinen Worten Taten folgen lassen.
Techcrunch im Gespräch mit Mark Zuckerberg (mit Video)
Facebook: Aktie bricht erneut ein

Marc-Michael Schoberer(schoberer@ratgeberzentrale.de)Permalink
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