Erfolg im Beruf: Viele Wege führen ans Ziel
Beim Vorankommen auf der Karriereleiter gibt es viele Möglichkeiten: Ein erfolgreiche Selbstständigkeit oder eine bessere Position als Angestellte oder Angestellter, aber auch eine berufliche Umorientierung oder ein nachgeholter Abschluss. Viele Karrieren verlaufen zudem heute nicht mehr geradlinig: Auch Zeiten der Arbeitslosigkeit oder Auszeiten vom Job aus anderen Gründen sind eine Herausforderung, die man aktiv bewältigen kann und muss.
Erfolg im Beruf ist definitiv machbar. In unserem Special geht es beispielhaft um attraktive Weiterbildungsmöglichkeiten für junge Akademiker, um die Chancen einer Franchisegründung, um Jobs im stark wachsenden Zukunftsmarkt der erneuerbaren Energien und um Optionen speziell für Frauen, die nach einer Familienpause zurück in den Beruf möchten.
Kluge Köpfe verzweifelt gesucht : Mangel an Fach- und Führungskräften bremst das Wachstum
Das wirtschaftliche Wachstum in Deutschland wird nach Ansicht von Arbeitsmarktexperten künftig nicht durch die fehlende Kaufkraft der Konsumenten oder durch Turbulenzen an den Märkten gebremst - sondern durch den Mangel an qualifizierten Fach- und Führungskräften. Allerdings haben sich die Anforderungen an Führungskräfte stark gewandelt: Früher waren vielfach hochspezialisierte Fachleute gefragt, heute sind dagegen vor allem auch Sozialkompetenz und ein interdisziplinäres Denken gefordert, um erfolgreich im Beruf zu sein. Diese Fähigkeiten setzen eine entsprechende Ausbildung und möglichst Erfahrung in internationalen Teamprojekten voraus. Wer sich diese Zeit nehmen will, kann sich zum Beispiel für ein berufsbegleitendes MBA-Studium entscheiden. Doch der Markt ist unübersichtlich. Weltweit gibt es mehr als 10.000 Programme.
Ein berufsbegleitendes Studium wird beispielsweise an der Universität Würzburg angeboten. Nach dem zumeist zweijährigen Studium beherrschen die Absolventen sämtliche Bereiche der erfolgreichen Unternehmensleitung wie etwa Finanz- und Geschäftsprozessmanagement, Marketing sowie Personal, Führung und Organisation. Typische MBA-Kandidaten sind Ingenieure und Naturwissenschaftler sowie Betriebswirtschaftler, die sich für Managementpositionen empfehlen und qualifizieren möchten. Etwa 300 Teilnehmer haben in den elf Jahren des Bestehens bereits ihr MBA-Studium in Würzburg erfolgreich abgeschlossen. International ist der MBA-Studiengang an der Uni Würzburg nicht nur dank der Partnerschaften mit Universitäten in den USA (Florida Gulf Coast University und der Boston University) und China - international ist auch die Zusammensetzung der Klassen selbst. Um zugelassen zu werden, muss man eine abgeschlossene Hochschulausbildung, mindestens drei Jahre Berufserfahrung und gute Englischkenntnisse vorweisen. Ein persönliches Auswahlgespräch findet unter allen Bewerbern statt.
Finanzierungsmix
Für eine Managerausbildung der Spitzenklasse kassieren Business Schools oftmals hohe Studiengebühren. Bei einem einjährigen Vollzeit-MBA treten zu den Studiengebühren von teilweise mehreren zehntausend Euro auch noch die Kosten für den Lebensunterhalt und der Verdienstausfall. Beim berufsbegleitenden MBA-Studium erhält man immerhin weiter sein Gehalt. Aber die Investition in die eigene Zukunft kann sich auszahlen. Die meisten MBA-Studenten setzen deshalb auf einen Mix aus Erspartem und Kredit, manchmal zahlt auch der Arbeitgeber. Und wer Glück hat, ergattert ein Stipendium. Auch davon gibt es mehr, als man denkt. Eine Fülle von Organisationen und Unternehmen unterstützt MBA-Studenten, vom Rotary Club über zahlreiche Stiftungen und Veranstalter von MBA-Messen bis zu den Schulen selbst. So vergibt das Karrierenetzwerk beispielsweise Stipendien von insgesamt rund 200.000 Euro.
Franchise: Der Partner muss passen
Wer endlich sein eigener Chef sein möchte, muss dazu das Rad nicht unbedingt neu erfinden - er muss es nur richtig nutzen können. Beim Franchising setzt ein Neu-Unternehmer auf ein bereits etabliertes, erfolgreich erprobtes Geschäftskonzept und vermeidet auf diese Weise von vornherein viele Tücken der Selbstständigkeit. Kein Wunder, dass die Franchise-Wirtschaft weiter wächst und oft ein Garant für den Erfolg im Beruf ist: Nach Angaben des Deutschen Franchise-Verbands (DFV) stiegen die Umsätze 2011 um 9,6 Prozent auf etwa 60,4 Milliarden Euro, rund 66.900 selbstständige Franchisenehmer beschäftigen mittlerweile etwa 496.000 Menschen. Torben L. Brodersen, Geschäftsführer des DFV, erklärt den Erfolg des Franchisings: "Bekannte Marken und die Unterstützung durch den Franchisegeber machen das Modell selbst für unerfahrene Gründer attraktiv." Allerdings sollte sich jeder potenzielle Franchisegründer im Vorfeld gründlich informieren. Torben L. Brodersen: "Wie bei jeder Selbstständigkeit gibt es im Franchising viele verschiedene Aspekte zu berücksichtigen. Deshalb sollte das entsprechende Konzept möglichst optimal zu ein besonders praktisches Service-Tool. Mit Hilfe einer Suchmaske können potenzielle Gründer die Franchisegeber finden, die den persönlichen Vorgaben und Interessen am nächsten kommen.
Franchisegründer haben oft Erfolg im Beruf
Beim Franchising muss man im Gegensatz zur klassischen Gründung nicht bei null anfangen, das Geschäftsmodell ist lange und erfolgreich erprobt. Eine Studie des Internationalen Centrums für Franchising und Cooperation an der Universität Münster belegt nun auch mit Zahlen diese Vorzüge. So sind Franchisegründer im Schnitt nach einem Jahr noch zu 94 Prozent aktiv, bei anderen Gründungen haben sich nur etwa 85 Prozent behauptet. Zwei Jahre nach der Gründung gibt es noch 90 Prozent der Franchisenehmer, bei den anderen Existenzgründern sind es 75 Prozent.
Erfolg im Beruf: Selbstständigkeit als echte Alternative
Generell ist gerade in Deutschland die Selbstständigkeit zu einer echten Alternative geworden. Das zeigt auch die Studie „Perspektive Selbstständigkeit 2011“, die von „Research Now“ im Auftrag der eismann Tiefkühl-Heimservice GmbH durchgeführt wurde. Demnach sehen 55 Prozent eine realistische Chance, vom Angestellten zum Selbstständigen zu werden, konkrete Pläne hatten bereits fünf Prozent. Nur für 15 Prozent der Befragten wäre eine Selbstständigkeit keine Alternative.
Neuer Jobmarkt: Erneuerbare Energien
Deutschland verabschiedet sich von der Atomenergie. Diese sogenannte Energiewende hat einschneidende Auswirkungen auf alle Bereiche der Wirtschaft. Die grünen Energien dürften vor allem zu einem Jobmotor werden. Ende 2010 waren bereits 370.000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt, bis zum Jahr 2020 soll der Umweltschutz der wohl bedeutendste Industriezweig sein, so eine Prognose des Unternehmensberaters Roland Berger. Es wird sogar vermutet, dass dieser Zweig mehr Menschen beschäftigen wird, als der Maschinen- und der Autobau zusammen.
Die Unternehmenssprecherin des führenden Personaldienstleisters Petra Timm, ist sich sicher, dass in der Branche in Zukunft ein erheblicher Fachkräftebedarf vorhanden sein wird: „Gefragt sind neben Energie-, Klima- oder Umweltingenieuren vor allem auch Handwerker für den Betrieb und die Wartung der neuen Techniken.“
Frauen nach der Familienpause: Mit neuen Stärken in den Beruf zurück
Wie halte ich mich für Arbeitgeber attraktiv, wie komme ich nach der Familienpause zurück ins Berufsleben? Welche Chancen habe ich auch in Zukunft auf dem Arbeitsmarkt? Mit solchen Fragen beschäftigen sich vor allem Frauen, denn die Vereinbarung von Familie und Beruf ist noch immer überwiegend für sie ein Thema. Doch der Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften ist groß und wird angesichts des demographischen Wandels weiter steigen: Wer sein Wissen auf den neuesten Stand bringt, hat auf dem Arbeitsmarkt hervorragende Chancen.
Die Frage, wie sie den Anschluss an ihre alte Qualifikation finden sollen, stellen sich nicht zuletzt die vielen Frauen, die in der Buchhaltung oder im Steuer- und Rechnungswesen tätig waren. Dort ist ständige Lernbereitschaft ein Muss, aber auch Garant für die berufliche Weiterentwicklung. Denn die Vielfalt der möglichen Qualifikationen hat insbesondere in den letzten zehn Jahren aufgrund zahlreicher Optionen zur Spezialisierung etwa in der Buchhaltung stark zugenommen.
Ein Weiterbildungskurs, der meist sechs bis 18 Monate dauert, muss immer auch mit privaten und familiären Verpflichtungen in Einklang gebracht werden. Ein Spagat, der oft nicht einfach ist. Bei der Wahl des Anbieters sollte man deshalb genau hinschauen.
Meister-Bafög gegen den Fachkräfte-Mangel
Der Staat macht Ernst mit dem Kampf gegen den Fachkräftemangel und fördert die berufliche Fortbildung mit dem Meister-Bafög. Wer Bilanzbuchhalterin, Controllerin oder Steuerfachwirtin werden will, hat beste Chancen, von diesen Maßnahmen zu profitieren. Die Förderung besteht aus einem Zuschuss zu den Fortbildungskosten in Höhe von 30,5 Prozent, der einkommens- und vermögensunabhängig gewährt wird. Der Rest wird über ein Kfw-Darlehen finanziert. Wer am Ende seine Prüfung besteht, dem werden 25 Prozent des Restdarlehens erlassen.
Direktvertrieb: Einstiegschancen für Frauen
Nach Angaben des Bundesverbandes Direktvertrieb haben die Mitgliedsunternehmen des Verbandes 2011 insgesamt 1,23 Milliarden Euro umgesetzt, ein Plus von über sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders gefragt waren Schmuck und Heimtiernahrung, Kosmetik sowie Körperpflegeprodukte. Weil die Arbeitszeiten im Direktvertrieb so flexibel sind, können Eltern die beruflichen Aufgaben gut mit den familiären Anforderungen in Einklang bringen und trotzdem Erfolg im Beruf haben. So sind vor allem Mütter oft besser in der Lage, sich um die Kindererziehung oder um die Pflege ihrer Angehörigen zu kümmern, ohne auf eine Erwerbstätigkeit verzichten zu müssen. Zu den im Bundesverband organisierten Unternehmen zählt auch der westfälische Kosmetik-Hersteller LR Health & Beauty Systems. "Wir haben unseren Erfolg auf verschiedene Säulen gegründet", erklärt Dr. Jens M. Abend, CEO des Unternehmens und Sprecher der Geschäftsführung. Dazu zählen nach seinen Angaben eine außerordentliche Produktqualität, ein fairer und transparenter Marketingplan (Vergütungskonzept) mit einer attraktiven Handelsspanne und die besonders wichtige Ausbildung der Berater und Beraterinnen, die auf den individuellen Bedarf zugeschnitten ist.
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verfasst am 25.09.2012


































