Die neue Lust am Garten
Die gesunde Arbeit im Grünen entwickelt sich zum neuen Trendhobby
Von unserer dtd-Korrespondentin Michaela Glemser
(dtd). "Wer ein Leben lang glücklich sein will, der werde Gärtner“: Wenn die Frühlingssonne ihre ersten warmen Strahlen über den Boden gleiten lässt, und die Natur zu sprießen und wachsen beginnt, setzen dieses chinesische Sprichwort rund 28 Millionen Gartenbesitzer in Deutschland in die Tat um. Endlich können sie wieder die frische Erde spüren, Gemüse säen, sich hübsche Arrangements für die Blumenbeete einfallen lassen und ihre grünen Oasen zum Wohnzimmer im Freien umgestalten. Im Gartenjahr ist der Frühling eine der schönsten, aber auch der arbeitsintensivsten Jahreszeiten. In den Monaten März bis Mai legen Hobbygärtner die Grundlagen für eine erfolgreiche Gartensaison und lassen die grauen Spuren des Winters endgültig in Vergessenheit geraten.
Gut für Körper und Psyche
Körper und Seele blühen bei dieser Arbeit an der frischen Luft auf. Wer einen Garten hat, braucht weder Fitnessstudio noch Wellnesskur. "Schon nach acht Minuten Aufenthalt im Freien sinkt der Blutdruck um zehn Prozent, der Puls wird ruhiger, der Stoffwechsel angekurbelt und Muskelverspannungen lösen sich“, erklärt Dr. Fritz Neuhauser, Arzt und Therapeut am Geriatriezentrum in Wien, der seine Patienten seit Jahren erfolgreich mit der sogenannten Gartentherapie behandelt. Auch eine von der AOK in Auftrag gegebene Studie „Gesund altern“ kam zu dem Ergebnis, dass eine gesunde Dosis Gartenarbeit zahlreiche Zivilisationskrankheiten wie Herz-Kreislaufbeschwerden oder Diabetes verhindert oder zumindest zeitlich hinauszögert.
In vielen Kliniken gehört deshalb der Umgang mit Spaten, Rechen und Co. inzwischen längst zum Heilungsprozess der Patienten dazu. Der enge Kontakt zur Natur, das hautnahe Erlebnis der jahreszeitlichen Abläufe des Keimens, Wachsens und Vergehens schenken tiefe, innere Zufriedenheit und Gelassenheit. In unserer oft so lauten und hektischen Welt wirken die langsamen Bewegungen des Gärtnerns beruhigend, bauen Stresshormone ab und helfen über Stimmungstiefs hinweg.
Begeisterung bei Jung und Alt
Kein Wunder, dass immer mehr Menschen von der Lust am heimischen Grün gepackt werden, wie eine aktuelle Studie des Hamburger Freizeitforschungsinstituts BAT zeigt. Danach ist die Zahl der Menschen, die Gartenarbeit als liebste Freizeitbeschäftigung angeben, in den vergangenen sechs Jahren um zwölf Prozent gestiegen. Den Zeitvertreib auf der eigenen Scholle genießen keineswegs nur ältere Menschen, denn der bekennende Gartenfreund kämpft längst nicht mehr gegen das Image des belächelten Spießers. Immer jüngere Menschen entdecken ihre Freude an ihrem persönlichen Rückzugsort unter freiem Himmel, ihrem geselligen Familienparadies vor der eigenen Haustür oder ihrer erholsamen Ökoidylle. So unterschiedlich Gärten auch genutzt werden, eines haben sie alle gemeinsam: Im Frühjahr herrscht in ihnen emsiges Treiben.
Natürliche Bodenverbesserung
Vorteile des Düngens und Mulchens mit Häckselgut
(dtd). Ob die grüne Pracht im heimischen Garten gedeiht oder nicht, hängt vor allem vom Boden ab, denn er gibt den Pflanzen wichtige Nährstoffe. Wer die genaue Beschaffenheit seiner Gartenerde nicht kennt, kann mit einem Spaten eine Scholle ausstechen und anschließend etwas Erde zwischen den Handflächen rollen. Zerfällt das Röllchen, handelt es sich um einen leichten, sandigen Boden. Lässt sich die Erde dagegen gut formen, weist dies auf einen schwereren, lehm- oder tonhaltigen Boden hin. Die leichten Böden sind zwar gut belüftet, werden aber schnell ausgewaschen und verfügen nur über ein geringes Speichervermögen. Der einfachste und natürlichste Weg ihre Struktur zu verbessern, ist die Ausbringung von Kompost. Dieser älteste und natürlichste Dünger der Welt führt dem Boden Nährstoffe und Spurenelemente wieder zu.
Er wird im Frühjahr in alle Pflanzbeete ausgebracht oder dient mit Erde gemischt als Anzuchtsubstrat für selbst gezogene Jungpflanzen. Zur Kompostierung eignen sich alle organischen und verrottbaren Gartenabfälle. Werden grobe Zweige, Äste oder Blumenstauden zuvor mit dem Häcksler aufgerissen und verkleinert, können sie leichter durch Mikroben und andere Abbauhelfer angegriffen werden, sodass schneller hochwertiger Dünger zur Verfügung steht. Inzwischen gibt es beispielsweise von Viking, Bosch oder Gardena auch Häckslermodelle für lärmsensible Wohngegenden, die sich mit viel Biss durch dick und dünn arbeiten.
Für schwere Böden, deren Wasserdurchlässigkeit Gartenfreunde mit der Zugabe von Bausand erhöhen, leistet der Kompost ebenfalls wertvolle Dienste, denn er ist Nahrung für Regenwürmer, die den Boden lockern. Das Häckselgut lässt sich auch als Bodenabdeckung, sogenanntes Mulch, verwenden, das die Beete vor Auswaschung schützt, isolierend bei Hitze wirkt und unerwünschte Unkrautsamen unterdrückt.
Frühlingsfrisur für Obstbaum und Co.
Passendes Werkzeug schützt vor Unfällen
(dtd). Wenn es um die rasche Beseitigung der Spuren des Winters geht, werden die Gartenfreunde oft leichtsinnig. Mehr als 200.000 Unfälle passieren Jahr für Jahr in den grünen Idyllen, viele davon vor allem bei Baum- oder Gehölzschnitt. Obstbäume, Sträucher und Formgehölze werden mit ihrer schnittigen Frühjahrsfrisur nicht nur zu optischen Blickfängen, sondern ihre jungen Triebe erhalten vor allem Kraft zu neuem Wachstum.
Doch dafür brauchen die Hobbygärtner gutes, auf die speziellen Aufgaben angepasstes Werkzeug und entsprechende Schutzkleidung mit Helm, Brille und Gehörschutz. Beispielsweise bei der stark verzweigten Wuchsform eines Apfelbaumes ist nur schwer ein geeigneter Platz für das Anlegen der Leiter zu finden. Zudem kann nasses Gras oder eine Hanglage die Standsicherheit gefährden. Stabil vom Boden aus beschneiden Gartenliebhaber mit sogenannten Hoch-Entastern mit Teleskopschaft die Äste in großer Höhe.
Scharf sollten die Scheren für den Formschnitt von Buchsbäumen, Eiben oder Zypressen sein, da die kleinen Blätter oder Nadeln nicht gequetscht, sondern glatt und sauber abgetrennt werden müssen. Für die Quader-, Kugel- und Pyramidenkreationen gibt es im Fachhandel verschiedene Gitterformen als Schnittvorlage oder aber die Gartenfreunde basteln sich mit Hölzern und Schnüren eigene Schablonen (mehr Informationen im Gartenratgeber unter http://www.bosch-pt.de oder bei den Praxistipps vom Profi unter http://www.stihl.de).
Der grobe Schnitt erfolgt schon im März oder April, während es für den endgültigen Feinschliff erst Ende Mai an der Zeit ist, wenn die Pflanzen keine neuen Triebe mehr ausbilden. Zur Schere greifen die Hobbygärtner am besten an einem trüben und verhangenen Tag, denn die frisch geschnittenen Gehölze vertragen das pralle Sonnenlicht nicht.
Vertikutierer lässt den Rasen aufatmen
Ab 10 Grad Celsius Bodentemperatur geht der Kampf gegen den Filz los
(dtd). Die ersten Sonnenstrahlen im Frühling bringen es an das Licht: Vom saftigen Grün und dichtem Wuchs ist auf den meisten Rasenflächen nach den Strapazen des Winters nicht mehr viel übrig. Jetzt ist es dringend Zeit für eine Verjüngungskur des grünen Teppichs, die ihm wieder ausreichend Nährstoffe, Wasser und Luft zuführt. Ist die oberste Bodenschicht so stark verfilzt, das die Graswurzeln nur unzureichend versorgt werden, das Bodenleben erstickt und Unkräuter sowie Moose sich stark ausbreiten, lässt der Vertikutierer den Rasen wieder durchatmen.
Dazu wird der grüne Teppich zunächst Ende März oder Anfang April, wenn sich der Boden auf rund 10 Grad Celsius erwärmt hat, auf 3,5 bis 5 Zentimeter Höhe gemäht. Anschließend holen die scharfen Messer des Vertikutierers Moos und Unkraut aus dem Rasen und brechen den verdichteten Boden auf. Das Regenwasser kann wieder versickern, und die Nährstoffe gelangen zu den Graswurzeln. Die Tiefeneinstellung des Rasenlüfters probieren Hobbygärtner am besten an einer unproblematischen Stelle aus. Die Messer sollten den Boden nur anritzen und die Graswurzeln nicht beschädigen.
Im Fachhandel gibt es für kleinere Rasenflächen Elektrovertikutierer von Viking, Wolf, Gardena oder Bosch sowie Modelle mit Verbrennungsmotor für größere Areale. Nach dem Kurprogramm bereitet eine gute Düngung und Besandung den Rasen auf seine intensive Wachstumsphase von Anfang Mai bis Ende Juni vor.
Frischekick für den Gartenteich
Im Frühjahr Algenwachstum einschränken
(dtd). Wenn sich die Frühjahrssonne in der Wasseroberfläche spiegelt, zeigen die Gartenteiche oft einen unansehnlichen Grünstich. Mit der einsetzenden Wärme beginnen auch die ungeliebten Algen zu wuchern, die durch einen Nährstoffüberschuss im Wasser noch zusätzlich sprießen. Ursache dafür kann schon im Herbst eingetragenes Laubstreu oder anderes organisches Material im Teich sein, das Fäulnisbakterien zersetzen. Mit den zunehmenden Algen wird die Luft zum Atmen für die anderen Bewohner des Gartenbiotops immer knapper. Das ökologische Gleichgewicht droht aus den Fugen zu geraten.
Um die Qualität des feuchten Elements für die beginnende Teichsaison wieder aufzufrischen, sammeln Gartenliebhaber alle modrigen und abgestorbenen Pflanzenreste aus dem Wasser. Am praktischsten für diese Aufgabe ist ein Teichkescher, der auch auf den Grund abgesunkene Blätter herausfischt. Wer seinen gesamten Teich reinigen möchte, befüllt zunächst einen externen Wassertank mit dem Teichwasser und siedelte dahin die Fische um. Nun kann die Säuberungsaktion beginnen, wobei die Teichfolie nicht zu gründlich geschrubbt werden sollte, um mögliche Löcher zu vermeiden. Auch Teichschlammsauger eignen sich für diese Arbeit. Die üppig wachsenden Teichpflanzen dünnen Hobbygärtner aus, damit 35 Prozent der Wasserfläche pflanzenfrei bleiben (mehr Tipps gibt es beim Info-Portal http://www.teichbauen.net oder beim Industrieverband Heimtierbedarf unter http://www.ivh-online.de).
Wer sich diesen Aufwand sparen möchte, kann auf ein neuartiges, weltweit patentiertes Verfahren zurückgreifen, das für einen kontinuierlichen Frischekick im feuchten Kleinod sorgt. Der sogenannte Oxydator spaltet einen Vorrat an Wasserstoffperoxid in Wasser- sowie reine Sauerstoffmoleküle auf und bringt diese bis in die Bodenschichten. Er erzeugt dabei ein Milieu, das viele Algenarten nicht vertragen, und arbeitet sogar im Winter unter einer geschlossenen Eisdecke (mehr Informationen: http://www.oxydator.de).
Hilfe für alle Hobbygärtner
(dtd). Die alten Gartenmöbel haben ausgedient, es sollen endlich neue her? Die Balkonkästen müssen neu bepflanzt werden? Für die frisch geharkten Gemüsebeete fehlen noch passende Setzlinge? Telefonauskünfte wie die 11 8 33 der Deutschen Telekom helfen Hobbygärtnern, ihr "grünes Kleinod" auf Vordermann zu bringen. Die Servicemitarbeiter recherchierenAdressen und Telefonnummern von Gärtnereien und Baumärkten in der näheren Umgebung. Auch die Öffnungszeiten der einzelnen Fachhändler haben sie dabei im Blick. Übrigens: Wer beim Unkrautjäten gerade alle Hände voll zu tun hat, kann sich die gesuchten Adressen bequem per SMS direkt auf sein Handy schicken lassen.
Verletzung schnell passiert
(dtd). Hecken schneiden, Äste stutzen, Blumen gießen, Unkraut jäten, Rasen mähen. Einfache, banale Tätigkeiten? Mitnichten - jeder dritte Befragte einer aktuellen TNS-Emnid Studie sieht die Gefahr, sich eine schmerzhafte Prellung zuzuziehen, am ehesten bei der Gartenarbeit. Schnell ist man über eine Wurzel gestolpert oder mit dem Knöchel umgeknickt. Auch wenn man nicht gleich einen Arzt benötigt, sollte man auch kleinere Verletzungen ernst nehmen und möglichst schnell behandeln. Besonders gut eignen sich natürliche Wirkstoffe, da hier keine Gefahr einer Überdosierung besteht. Der erfahrene Mediziner Dr. med. Rudolf Ziegler empfiehlt bei Prellungen, Stauchungen und Blutergüssen: "In diesen Fällen greife ich regelmäßig auf das Komplexhomöopathikum Traumeel als natürliche Alternative zurück."
Keine Chance für Grünstich
(dtd). Algen trüben im Frühjahr nicht nur die Freuden von Teichliebhabern, sondern die Lebewesen, von denen es weltweit 26 000 Arten gibt, fühlen sich auch an schattigen Plätzen auf Terrassen, Balkonen und Steinwegen sehr wohl. Der unangenehme Grünbelag beeinträchtigt nicht nur die Optik, sondern führt bei feuchter Witterung auch zu gefährlichen Rutschpartien. Wer den glitschigen Schichten mit dem Hochdruckreiniger zu Leibe zu rückt, löst mit dem starken Wasserstrahl meist zusätzliche Partikel aus den Plattenoberflächen, so dass Feuchtigkeit und Schmutz als Nährmedium für die Mikroorganismen noch besser haften. Nachhaltig entfernen lassen sich die grünen Plagegeister mit Spezialreinigern von Lithofin, Mellerud oder Neudorff. Die ausgelösten Verschmutzungen spült der nächste Regen schließlich einfach weg.









